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10/21

Blockchain Gaming in Berlin: Was tut sich in der Szene?

Nach Free-to-play kommt fee-to-earn!

© iStock

Längst ist Blockchain in zahlreichen Sektoren und Anwendungsbereichen angekommen. Auch in einer der größten Entertainment-Industrien der Welt ist sie auf dem Vormarsch!

In der Gaming-Branche erfreuen sich Krypto-Games immer größerer Beliebtheit und konnten somit in der Vergangenheit regelmäßig steigende Quartals-Umsätze verzeichnen. Der wachsende Erfolg von Krypto-Games zeigt damit einmal mehr, dass es der Blockchain-Technologie längst gelungen ist, sich auf dem Massenmarkt durchzusetzen.

Viele etablierte Spieleschmieden sind inzwischen bereits in die Welt der Krypto-Games eingestiegen. Capcom verkauft beispielsweise in Kooperation mit der NFT-Plattform Wax virtuelle Sammelkarten aus dem Street-Fighter-Kosmos, während Ubisoft im vergangenen Jahr das Krypto-Game Rabbids auf den Markt gebracht hat. Publisher Atari hat kürzlich gar eine eigene Kryptowährung gelauncht. Der Atari Token soll zukünftig als Zahlungsmittel für digitale Güter in allen Atari-Games zum Einsatz kommen.

Neben großen Gaming-Konzernen verfolgen auch viele Start-ups bereits entsprechende Projekte. Vor allem in der umtriebigen Blockchain-Szene Berlins feilt man intensiv an der Zukunft des Gamings.


Die Blockchain-Revolution in der Gaming-Industrie

Dass das alles kein Zufall ist, wird deutlich mit Blick auf bestimmte Entwicklungen, die sich im Laufe der vergangenen Jahre im Gaming-Sektor abgespielt haben und den starken Trend in Richtung Krypto-Gaming als logische Konsequenz erscheinen lassen:

  1. Der Vertrieb von Games findet inzwischen fast ausschließlich auf digitalem Weg statt, beispielsweise über Plattformen wie Steam. Der Besitz eines Spieles in Form eines physischen Datenträgers spielt kaum noch eine Rolle, während die Akzeptanz für virtuellen Besitz bei den Zielgruppen massiv angestiegen ist.
  2. Spiele werden immer öfter bereits im Alpha- oder Beta-Stadium kostenlos (Free-to-play) zum Download angeboten, während fortlaufende Einnahmen vor allem durch den Verkauf von optionalem Content (DLCs, Maps, Skins usw.) und Mikrotransaktionen innerhalb des Spiels erzielt werden.
  3. Dieser Content (Spielwährungen, Items und andere In-Game-Assets) gewinnt innerhalb der Communities in einigen Fällen soweit an Bedeutung, als dass er gegen Echtgeld auch außerhalb des Spiels gehandelt wird.

Berlin als europäische Blockchain-Zentrale

In Deutschland widmen sich aktuell laut dem Institut der deutschen Wirtschaft 241 Unternehmen und Institutionen dem zukunftsträchtigen Thema. Die Voraussetzungen dafür könnten nicht besser sein, denn Berlin bildet das Zentrum der europäischen Blockchain-Szene. Über 120 Unternehmen setzen sich hier aktiv mit der Technologie auseinander. Dazu gehören sowohl Start-ups und Großkonzerne wie auch Innovationszentren und Forschungsinstitute. Das steigende Interesse von Investor:innen befeuert das schnelle Wachstum der hiesigen Szene.

Einen interessanten Ein- und Überblick zur umtriebigen Berliner Blockchain-Szene bietet die vom Verein BerChain kuratierte Berlin Blockchain Ecosystem landscape.

Screenshot von "Start-up Map Berlin"

Nach ersten Erfolgen zeigt die boomende Gaming-Industrie inzwischen enormes Interesse an Blockchain-basierten Spielekonzepten.
 

The Age of Chains  

Mit ihrem Online-Sammelkartenspiel auf Non-Fungible Tokens (NFT)-Basis hat beispielsweise die Streamstars UG aus Berlin im Jahr 2016 damit begonnen, das Zeitalter der Blockchain einzuläuten und darf sich damit in Sachen Krypto-Gaming ohne Weiteres zu den Pionieren zählen. Die nicht replizierbaren Tokens sorgen dafür, dass für virtuelle Gegenstände eine gewisse Einzigartigkeit und zahlenmäßige Begrenztheit garantiert ist, was ihre Attraktivität als Handelsobjekt massiv steigert. Der NFT-Shop umfasst derzeit 14 Karten.


Fanzone und Spielworks

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch das Berliner Start-up Fanzone, welches eine Plattform für das Sammeln, Spielen und Tauschen digitaler Sammelkarten von Sportler:innen aus Fußball- und Basketballmannschaften bietet.

 

Auch Spielworks zählt zu den Berliner Vorreitern in Sachen Krypto-Gaming. Ziel dessen Plattform Wombat ist es, eine User Experience zu schaffen, die bei den Nutzer:innen keinerlei Fachwissen im Hinblick auf Blockchain voraussetzt. Spielworks strebt danach, die nutzerfreundlichste Wallet-Lösung für Blockchain-basiertes Gaming anzubieten und damit einen der momentan größten Stolpersteine auf dem Weg in den Massenmarkt zu beseitigen.


True Ownership dank Blockchain und NFTs

Dass sich innerhalb von Games komplexe Wirtschaftssysteme entwickeln können, ist kein neues Phänomen. Doch bisher waren die In-Game-Investitionen für Spieler:innen immer mit gewissen Nachteilen und Risiken verbunden. Wird einem der Account gebannt oder der Server vom Publisher abgeschaltet, sind die gekauften Items in der Regel weg.

 

Das zugrundeliegende Problem besteht darin, dass Spieler:innen bislang nie wirklich zum/zur Eigentümer:in ihrer In-Game-Assets werden konnten. Hier erweist sich die Blockchain-Technologie mit Hilfe von NFTs buchstäblich als Game Changer. Doch auch neben True Ownership ergeben sich dadurch weitere signifikante Vorteile:
 

Enormes Umsatzpotenzial für die Gaming-Industrie

Betrachtet man diese Aspekte als Ganzes, erkennt man die Grundlage für ein Konzept, das zum Nachfolger des gegenwärtigen „Free-to-play“-Modells werden könnte. Adrian Krion von BerChain spricht hier von „Play-to-earn“, da die Technologie ein solides Fundament für den Wert von Spielwährungen und anderen In-Game-Assets bietet und so maßgeblich zur Entstehung weitreichender Wirtschaftskreisläufe und damit verbundener Gamer-Communities beitragen kann. Für die Gaming-Industrie könnten Games auf Blockchain-Basis zu einer 10- bis 15-fachen Umsatzsteigerung führen, so Krion.

Wie viel Spieleschmieden und Investor:innen sich von diesen Aussichten erhoffen, spiegelt sich in den Finanzmitteln wider, die in den letzten beiden Jahren an die Entwickler:innen von Krypto-Games geflossen sind. Dapper Labs, welche unter anderem für CryptoKitties und den Megaerfolg NBA Top Shot verantwortlich sind, erhielten im Zuge mehrerer Finanzierungsrunden über 38 Millionen US-Dollar. Auch die Entwicklerstudios Immutable Games sowie Mytical Games wurden mit erheblichem Kapital ausgestattet. Ebenso erfolgreich entwickeln sich die Währungen auf dem Kryptomarkt. Mit einer Marktkapitalisierung von über 10 Milliarden US-Dollar schaffte es die Kryptowährung Theta unter die Top 10 der Cryptocurrencies. Als größter NFT-Marktplatz gilt derzeit die Plattform OpenSea mit einem Transaktionsvolumen von 147 Millionen Dollar.

 

Bemerkenswert ist dabei, dass sich auch Investor:innen wie Andreessen Horowitz oder Google Ventures mit hohen Summen beteiligt haben. Diese stehen nicht in unmittelbarer Verbindung mit der Blockchain-Szene, was einmal mehr die enormen Erwartungen verdeutlicht, die mit der aufkeimenden Blockchain-Gaming-Industrie verbunden sind.

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