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Und der Berliner Verwaltungspreis geht an…das Projekt „Digitale Zeugnisse auf der Blockchain“

Das Gemeinschafts-Projekt revolutioniert ab sofort die Zeugnisvergabe.

Zeichnung von Skyline von Berlin und Kreislauf digitales Zeugnis

Jede:r zweite Bundesbürger:in sieht das klassische Papierzeugnis entweder als weniger oder als überhaupt nicht mehr zeitgemäß an. Dies geht aus einer repräsentativen Verbraucherumfrage der Bundesdruckerei hervor. Tatsächlich könnte die Zeugnisübergabe mit originaler Unterschrift des/der Direktor:in auf ausschließlich echtem Papier bald der Vergangenheit angehören. In Berlin soll es Schüler:innen bereits Anfang 2022 möglich sein, ihr Zeugnis zusätzlich digital zu erhalten. Möglich wird dies durch ein innovatives Projekt der Berliner Verwaltungen, welches im Oktober durch die Hauptstadt mit dem renommierten Verwaltungspreis ausgezeichnet wurde.

Lange hatte es von vielen Seiten Forderungen für die Einführung eines digitalen Zeugnisses gegeben. Jetzt wird sie mit Hilfe der Blockchain-Technologie in die Tat umgesetzt und bietet erhebliche Vorteile für Schüler:innen, Schulen und öffentliche Verwaltungen.

Viele Partner – ein gemeinsames Projekt

Das besondere Leuchtturmprojekt wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Kooperation mit Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, der Bundesdruckerei und dem IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) Berlin durchgeführt. Der Pilotbetrieb konnte bereits dieses Jahr starten.

„Das Besondere an dem Projekt ist, dass die digitalen Schulzeugnisse als konkretes und fassbares Ergebnis von Innovationsvorhaben ein Beispiel für die Verwendung von Blockchain -Technologie darstellen, die für einige Menschen noch eine Black Box ist“, so Matti Große, seitens des ITDZ mit verantwortlich für das Projekt.  „Die digitalen Zeugnisse sind einfach zu handhaben – sie können einfach archiviert werden und es ist keine Beglaubigung notwendig. Zudem sind sie medienbruchfrei, (fälschungs-) sicher und datenschutzkonform.“

Die technische Umsetzung beruht auf der Zeugnis-Lösung der Bundesdruckerei, welche in Zusammenarbeit mit dem OZG Digitalisierungslabor Sachsen-Anhalt und der govdigital eG die Voraussetzungen für die Bereitstellung fälschungssicherer Zeugnisse geschaffen hat. Durch verschiedene Schnittstellen wird die Lösung in die vorhandene digitale Infrastruktur integriert, sodass die ausstellenden Institutionen die digitalen Zeugnisse fälschungssicher erstellen können. Dafür wird der Hash des Zeugnisses, welcher als Fingerabdruck für die jeweiligen Daten gilt, und die digitale Signatur der Schule in die Blockchain geschrieben. Diese wird durch bundesweit verteilte Rechenzentren von der govdigital eG betrieben. Die Schüler:innen erhalten das Zeugnis über ein Download-Portal im PDF-Format und können die Datei bei Bewerbungen verwenden, da die Echtheit durch die Abfrage des Hash-Wertes von den entsprechenden Institutionen verifiziert werden kann.

Das digitale Zeugnis als Statement für Berlin

Berlin ist als Blockchain-Hochburg besonders für seine rege Start-up-Szene bekannt. Viele Unternehmen zieht es in die Hauptstadt aufgrund der vielfältigen Akteur:innen und den optimalen Vernetzungsmöglichkeiten. Den Forderungen, dass innovative Lösungen im Bereich Blockchain nicht nur in Unternehmen und Wissenschaft Einfluss nehmen, sondern auch der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen sollen, hat sich die Stadt angenommen. Mit der digitalen Zeugnis-Lösung  kommt die Blockchain-Technologie vor allem den Bildungseinrichtungen und besonders den Kindern und Jugendlichen zugute, welchen die Zukunft Berlins in den Händen liegt. Shoshana Schnippenkoetter von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sieht die Umsetzung des Projektes als ein starkes Zeichen für Berlin:

„Mit dem ausgezeichneten Projekt wird die Strahlkraft Berlins einmal mehr deutlich. Das Land Berlin bringt gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie Innovation in der Verwaltung zügig voran und setzt neue Technologien direkt um – damit sind wir ganz vorne dabei.“

Diese Leistung hat die Stadt nun in Form des Berliner Verwaltungspreises anerkannt. Unter dem Motto „Zukunft innovativ gestalten“ werden Berliner Behörden ausgezeichnet, die die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten Verwaltung fördern. Mit dem Preis soll die führende Rolle der Hauptstadt im Bereich der Digitalisierung durch die fortschrittlichen Erweiterungen des Bürgerservices sichtbar gemacht werden. Martin Voigt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe freut sich über die Auszeichnung:

„Der Preis ist eine tolle Auszeichnung und Anerkennung für alle Beteiligten im Berliner Projekt; neben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie haben das ITDZ Berlin, Berlin Partner, die Bundesdruckerei und wir als SenWEB gemeinsam zum Erfolg des Blockchain-Piloten beigetragen. Uns als technologiefördernde Behörde war es wichtig, den Einsatz der Blockchain-Technologie in der Berliner Verwaltung zu erproben, um Erfahrungen für andere Anwendungsfelder sammeln zu können. Hierzu haben wir innovationsfreudige Akteur:innen zusammengebracht und die notwendigen Entwicklungsarbeiten finanziert. Dass unser Einsatz schnell Früchte getragen hat und ein Mehrwert für die Stadt geschaffen wurde, freut uns sehr“.

Bewerbungsprozesse werden einfacher

Für Schüler:innen bietet das zusätzliche digitale Zeugnis in erster Linie eine einfache und zeitgemäße Handhabung, denn es ist gegen Verluste gesichert und zu jeder Zeit schnell verfügbar. Darüber hinaus werden Bewerbungsprozesse effizienter und sicherer.

Während Papierzeugnisse leicht zu fälschen sind, kann die Echtheit des digitalen Zeugnisses durch den in der Blockchain gespeicherten Hash-Wert autorisiert werden. Eine Beglaubigung durch Bürgerämter wird somit für Bewerber:innen überflüssig und erleichtert die Durchführung der Abläufe. Für Hochschulen oder Unternehmen, die als Anwendende im Bewerbungsprozess gelten, wird vor allem die Weiterverarbeitung der Zeugnisse erheblich vereinfacht. Zum einen sind sie konform mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) und zum anderen können medienbruchfreie Prozessabläufe gewährleistet werden, da ein maschinenlesbarer Teil enthalten ist, welcher die maschinelle Verarbeitung ermöglicht.

 

„Die Digitalisierung von Zeugnissen ist eine Notwendigkeit in einer Welt, wo wir digital miteinander kommunizieren, einkaufen „gehen“ und täglich zusammenarbeiten. Das Handling und damit die Einfachheit der Nutzung verbessert sich grundlegend für alle Bürger:innen“, so Matti Große vom ITDZ.

Neben den praktischen Anwendungsvorteilen soll das Projekt der Senatsverwaltungen der digitalen Schulzeugnisse auch als Best-Practice-Case für zukünftige Blockchain-basierte Anwendungen in den Berliner Verwaltungen dienen. Die Technologie bietet nicht nur Fälschungssicherheit, sondern zeigt gleichzeitig die große Innovationskraft der Berliner Verwaltungen.

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